Top 10: Die zehn meisterwarteten Filme 2021.

Top 10: Die zehn meisterwarteten Filme 2021.

2020 war wohl eines der schlimmsten Jahre unserer Zeit. Nur wenige Wochen nach der üblichen Silvsterknallerei fanden wir uns plötzlich in einer weltweiten Pandemie wieder. Auf einmal hieß es zu Hause bleiben, Abstand halten, Maske tragen und so weiter und so fort. Ich muss die Maßnahmen jetzt nicht alle aufzählen, Ihr kennt sie ja selbst alle. Aber die Coronapandemie war und ist nicht nur für den Einzelnen und die Einzelne eine unglaubliche Herausforderung. Auch ganze Industrien befinden sich seit Ausbruch der Pandemie in der Krise und blicken in eine ungewisse Zukunft. Dazu zählt auch meine geliebte Kinoindustrie. Überall auf der Welt sind Lichtspielhäuser geschlossen, Kinopremieren wurden verschoben und viele Filmproduktionen mussten pausieren. Wie es weiter gehen wird, vermag keiner zu sagen.

Was uns aber keiner mehr wegnehmen kann, sind die Filme, die bereits gedreht wurden. Sie sind fertig produziert und warten nur darauf, dass endlich ein Kinostart möglich ist. Für viele davon ist dieser Start tatsächlich für 2021 angedacht. Ob es dazu kommen wird, ist bei der politischen Lage natürlich ungewiss. Aber wie sagt man so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Deshalb hab ich mir den Kinokalender 2021 mal angeschaut und die zehn Filme gesammelt, auf die ich mich dieses Jahr am meisten freue. Herausgekommen ist meine Liste der zehn meisterwarteten Filme 2021. Und die kann sich (hoffentlich im Kino) sehen lassen.

Platz 10: The White Tiger

Regie: Ramin Bahrani

The White Tiger basiert auf dem gleichnamigen Debütroman des Schriftstellers Aravind Adiga aus dem Jahr 2008. Die Geschichte spielt in Indien und erzählt die epische Reise eines armen Fahrers, der sich mit Witz und Gerissenheit aus der Knechtschaft seiner reichen Herren befreit und zum erfolgreichen Unternehmer hocharbeitet.

Ich muss zugeben, ich habe den Roman nicht gelesen und kannte ihn auch gar nicht. Aber als ich vor einigen Monaten den ersten Trailer zu diesem Film gesehen habe, war ich aber sofort überzeugt. Ich liebe Filme, die sich nicht einfach nur darauf ausruhen ein gutes Konzept oder gute Effekte zu haben und hoffen, dass der ganze Rest irgendwie auch von selbst funktioniert, sondern die eine richtige Geschichte erzählen. Das ist heutzutage gar nicht mehr so selbstverständlich und der Film verspricht genau das. Dazu kommt das Setting. Filme, die zeigen wie Figuren aufsteigen, haben wir aus Hollywood ja nun schon oft genug bekommen. Aber aus Indien, kenne ich auf Anhieb kein gutes Beispiel. Was natürlich auch daran liegt, dass Filme aus Indien in der Regel nicht großartig auf dem internationalen Markt vertrieben werden.

Und das ist wiederum einer der großen Vorteile von Netflix. Filmemacher überall auf der Welt bekommen eine kreative Plattform, auf der sie wiederum Menschen überall auf der Welt erreichen. Die Abwechslung von Hollywood, die The White Tiger verspricht, ist für mich schon Grund genug den Film mit Vorfreude zu erwarten. Dazu kommt der Stil des Trailers: Schnelle dynamische Schnitte, poppige Farben, moderne Musik – Das könnte ein richtig turbulenter Ritt werden, der die gesellschaftliche Kluft in Indien ungeschönt und brutal rüberbringt – weit weg von einem eher märchenhaften und romantisch inszenierten Versuch, wie Slumdog Millionaire.

The White Tiger ist ab dem 22.01.2021 auf Netflix verfügbar.

Platz 9: Free Guy

Regie: Shawn Levy

In Free Guy muss ein Bankangestellter feststellen, dass er eigentlich ein NPC – also ein Non Player Charakter – innerhalb eines brutalen Open-World-Videospiels ist. Daraufhin versucht er selbst zum Helden zu werden und alles was er kennt und liebt zu retten, bevor das Spiel heruntergefahren wird.

Wer könnte besser die Hauptfigur in einer Komödie spielen, in der diese Figur weiß, dass sie in Wirklichkeit nur eine fiktionale Figur ist als Ryan Reynolds? Natürlich niemand, denn Ryan Reynolds hat es mit den beiden Deadpoolfilmen ja bereits getan und bewiesen, dass es funktioniert. Die Gags, die in den beiden bisherigen Trailern zu Free Guy eingebaut waren, haben nicht alle gezündet und ich befürchte, dass sich der Film insgesamt zu viel Mühe geben wird, ähnlich zu Deadpool einen Witz und einen lustigen Spruch nach dem anderen zu machen. Das funktioniert nur selten und wird wahrscheinlich auch bei Free Guy auf Dauer etwas anstrengend sein.

Aber allein die Idee dieses Films ist sooo originell und vielversprechend, dass ich bereit bin, ihm mögliche Schwächen zu verzeihen. In Zeiten, in denen gefühlt nur noch Sequels, Prequels, Reboots und Remakes gemacht werden, ist es beruhigend zu sehen, dass es immer noch kreative Menschen in Hollywood gibt, die in der Lage sind eine originelle Idee in ein buntes Popcorn-Action-Feuerwerk zu verwandeln. Ob es am Ende überzeugt, müssen wir natürlich noch abwarten, aber ich bin optimistisch und freue mich neben Reynolds übrigens ganz besonders auf Taika Waititi, der hier nur vor der Kamera steht und auf Joe Keery, der in Stranger Things meine Lieblingsfigur spielt: Steve Harrington.

Der deutsche Kinostart von Free Guy ist noch nicht bekannt, in vielen europäischen Länder soll die Komödie aber ab dem 19. bzw. 21. Mai anlaufen.

Platz 8: The Suicide Squad

Regie: James Gunn

Die Handlung von The Suicide Squad ist noch nicht bekannt, aber es ist nach 2016 bereits die zweite Verfilmung der gleichnamigen Comics aus dem Hause DC. Es handelt sich allerdings nicht um eine klassische Fortsetzung, sondern eher um ein Reboot, wobei wir sowohl neue Charaktere kennenlernen, als auch bereits bekannte Figuren aus dem ersten Suicide Squad Film wiedersehen. Erneut gespielt von denselben Schauspielern und Schauspielerinnen.

Reden wir nicht lange um den heißen Brei herum: Der erste Suicide Squad war ein mächtiger Griff ins Klo. Der Film sollte DC’s Antwort auf Guardians of the Galaxy werden. Eine turbulente Actionkomödie über eine buntgemischte, verrückte Truppe von Hauptfiguren, die coole Sprüche ablassen und zu einem grandiosen Soundtrack in irrwitzige Actionszenen verwickelt sind. Stattdessen wurde es ein absurd langweiliger und völlig emotionsloser Film. Die Story ist nicht nur unwichtig, sondern es gibt nicht mal einen richtigen Plot. Die Figuren gehen einfach von einer Kulisse zur nächsten und unterhalten sich dabei über irgendwas, aber es entsteht überhaupt keine fesselnde Handlung. Die Charaktere sind blass und eindimensional. Die Dialoge und Witze teilweise zum Fremdschämen und der Soundtrack klingt so, als würde man Auto fahren und dabei im Radio die verschiedenen Kanäle durchgehen.

Die einzigen positiven Dinge, die ich dem Film abgewinnen konnte, waren die schauspielerischen Leistungen von Will Smith und Margot Robbie, die es tatsächlich geschafft haben, ihren Charakteren Persönlichkeit zu verleihen und die Figur des Diablo. Er hatte als einziger emotionale Tiefe und sein Abgang aus dem Film hat mich tatsächlich kurz berührt. Der Rest war zum Vergessen.

Und da dieser Film so eine Riesenenttäuschung war, gibt es eigentlich auch keinen Grund sich auf einen zweiten zu freuen, wenn da nicht die Tatsache wäre, dass der neue Film von James Gunn inszeniert wird. Also keinem Geringeren als dem Mann, der eben auch die beiden Guardians of the Galaxy Filme gemacht hat. DC macht sich also gar nicht erst die Mühe, den Versuch ein eigenes Guardians Franchise aufzubauen irgendwie zu vertuschen, sondern sie holen sich einfach den Mann, der das Guardians Franchise zum Leben erweckt hat und lassen ihn die Arbeit machen. Und deshalb freue ich mich auch auf den neuen Suicide Squad.

Niemand kann so genial brutale Action und Gore mit gutem, ehrlichem Humor und echten Emotionen mischen, wie James Gunn. Außerdem wird die Squad diesmal aus über einem Dutzend Charaktere bestehen und Gunn hat bereits gesagt, dass man Niemanden von Ihnen zu sehr ins Herz schließen sollte. Das spricht sehr dafür, dass viele von Ihnen den Film nicht überleben werden und mal ehrlich: Genau das erwarten wir doch von einem Film, der übersetzt Selbstmordkommando heißt. Und daher: Ich weiß nicht wie es Euch geht, aber ich bin bereit DC eine zweite Chance zu geben.

Der deutsche Kinostart von The Suicide Squad ist am 5. August 2021.

Platz 7: The Many Saints of Newark

Regie: Alan Taylor

Bei The Many Saints of Newark handelt es sich um ein Prequel zur Erfolgsserie The Sopranos. Der Film wirft einen Blick auf die prägenden Jahre des New Jersey Gangsters Tony Soprano.

Eins sollten wir direkt vorweg klären: Ich liebe die Sopranos. Wenn Ihr diese Serie noch nie gesehen habt, dann solltet Ihr das schleunigst nachholen. Die Sopranos gelten nicht umsonst als Mutter der modernen Qualityserien. Alles was wir heute für selbstverständlich halten und von Serien erwarten – vielschichtige Figuren, die wachsen und sich weiterentwickeln, dramatische Plots, die clever über eine ganze Staffel hinweg erzählt werden und dann in einem nervenzerrenden Staffelfinale enden, Twists und Überraschungen, der plötzliche Tod von Figuren, ständig wechselnde Sympathien für die Charaktere und, und, und – das alles wurde in den Sopranos auf höchstem Niveau vorgemacht und das schon vor über 20 Jahren. So lange ist es nämlich her, dass die erste Staffel der HBO-Serie über die Fernsehgeräte flimmerte. In The Many Saints of Newark gehen wir aber noch weiter zurück, und zwar in die 1960er Jahre und erleben einen jungen Tony Soprano.

Normalerweise würde mich ein Filmprequel zu einer Serie skeptisch stimmen – in diesem Fall bin ich aber völlig beruhigt, denn hinter dem Film stehen nicht irgendwelche geldgeilen Möchtegernfilmemacher, die glauben hier ein Franchise gefunden zu haben, dass sich ausbeuten lässt, sondern genau die Leute, die auch die Serie ins Leben gerufen haben. Das Drehbuch stammt von David Chase, Erfinder und Autor der Serie, Regie führt Alan Taylor, der auch zahlreiche Episoden inszenierte und die Hauptrolle spielt tatsächlich Michael Gandolfini, Sohn von James Gandolfini, der Tony Soprano in der Serie spielte und leider 2013 verstorben ist. Ich kann es kaum erwarten, erneut in die Gangsterwelt von New Jersey einzutauchen und bin jetzt schon traurig, dass der Film nach ein paar Stunden vorbei sein wird.

Ein genaues Datum für den Kinostart von The Many Saints of Newark ist noch nicht bekannt. Der Film soll wohl aber irgendwann im September in den Kino starten. Bleibt also genug Zeit, um sich nochmal oder von mir aus auch zum ersten Mal, die Serie anzuschauen. Let the Binge beginn.

Platz 6: Candyman

Regie: Nia DaCosta

Candyman reiht sich ein in eine immer länger werdende Reihe aus Filmen, die weder richtig Sequel noch richtig Reboot sind, sondern eine Mischung aus beidem. Deshalb sprechen die Filmemacher hier auch von einer „spirituellen Fortsetzung“ des Horrorfilms Candymans Fluch (1992). Die Geschichte kehrt in das mittlerweile gentrifizierte Chicagoer Viertel zurückkehrt, in dem die Legende von Candyman einst begann.

An dieser Stelle muss ich direkt mal eine Sache loswerden: Ich bin kein Fan von Horrorfilmen. Und dafür gibt es auch einen guten Grund, den ich vielleicht ein anderes Mal mit Euch teilen werde. Da ich kein großer Fan von Horrorfilmen bin, schau ich auch fast nie welche. Und doch gibt es alle paar Jahre immer mal wieder einen Horrorfilm, der etwas Neues mit sich bringt und mich damit überzeugt. Zum Beispiel ein neues Konzept, eine neue Auslegung der typischen Regeln eines Horrorfilms oder auch einfach nur eine verdammt gute Geschichte.

Genau das ist 2017 passiert, als Get Out in die Kinos kam. Der Film hat mich sofort überzeugt, denn er war nicht nur wirklich guter Horror mit einer schrecklichen und furchteinflößenden Grundidee, sondern auch noch eine gesellschaftskritische Auseinandersetzung mit Rassismus in den USA. Das Ganz war so gut, dass der Film sogar für mehrere Oscars nominiert wurde, was bei Horrorfilmen ja nun wirklich nicht die Regel ist. Und nicht nur das, er konnte sogar einen Oscar gewinnen. Regisseur und Drehbuchautor Jordan Peele wurde für das beste Originaldrehbuch ausgezeichnet.

Und genau der steckt auch hinter Candyman. Zwar führt er diesmal nicht Regie, aber er hat am Drehbuch mitgeschrieben und produziert den Film auch. Was mir bei Get Out und auch bei Peeles zweitem Horrorfilm Us sehr gut gefallen hat, ist die Grundstimmung, in der sich die Handlungen der beiden Filme bewegen. Es liegt permanent eine gewisse Spannung in der Luft. Man hat bei jeder Szene, sei sie inhaltlich noch so normal, das Gefühl, dass das Grauen direkt um die Ecke wartet. Das macht für mich einen guten Horrorfilm aus.

Es geht nicht darum, möglichst grausame Todesszenen zu zeigen oder sich ständig nur auf Jump Scares zu verlassen. Das ist viel zu einfach und kurzsichtig. Es geht vielmehr darum eine bedrohliche Atmosphäre zu schaffen, in der sich der Horror langsam entwickelt und immer steigert, bis man völlig vergessen hat, dass man einen Film guckt und komplett in die Geschichte eingetaucht ist. Genau das erwarte ich von Candyman und die Trailer sehen so aus, als würde der Film diesbezüglich nicht enttäuschen. Ähnlich wie in Get Out und Us, wird auch Candyman wieder einen starken Soundtrack und beeindruckend eingefangene Bilder haben. Und mit Sicherheit versteckt sich auch in diesem Film wieder eine tiefergehende Geschichte und eine Botschaft unter der eigentlichen Horroroberfläche.

Außerdem ist es auch einfach schön mal wieder eine andere, kultige Horrorfilmfigur in neuem Gewand zu sehen als diejenigen, die in den letzten Jahren immer wieder auf die große Leinwand zurückkehren durften. Ich denke wir haben genug Filme mit Michael Myers, Freddie Kruger, Jason und Chuckie gesehen und dürfen uns zurecht auf Candyman freuen. Der übrigens, wie schon im Original wieder von Tony Todd verkörpert wird. Auch der Rest des Casts sieht vielversprechend aus, angeführt von Yahya Abdul-Mateen II, der sich in den letzten Jahren sehr schnell zu einem der gefragtesten und talentiertesten Schauspieler hochgearbeitet hat. Er war unter anderem zu sehen in Greatest Showman, Aquaman, Black Mirror oder auch in The Trial of the Chicago 7.

Wann Candyman in die deutschen Kinos kommt, ist noch unbekannt. In den USA und im vereinten Königreich soll es aber am 27. August soweit sein.

Platz 5: James Bond: No Time to Die

Regie: Cary Joji Fukunaga

James Bond ist mittlerweile aus dem aktiven Dienst ausgeschieden. Sein Ruhestand ist aber nur von kurzer Dauer und wird von Felix Leiter, einem alten Freund von der CIA, unterbrochen. Er führt Bond auf die Spur eines mysteriösen Bösewichts, der mit einer gefährlichen neuen Technologie ausgestattet ist.

Wenn ich die Bondära mit Daniel Craig benoten müsste, würde sie wohl eine drei, an einem guten Tag vielleicht eine zwei Minus bekommen. Was einfach daran liegt, dass die Reihe leider nie konstant gute Qualität erreichte, sondern immer zwischen gut und schlecht hin und her schwankte. Craigs Debutfilm Casino Royale ist für mich bis heute nicht nur einer des besten Bondfilme, sondern überhaupt einer der besten Filme aus diesem Genre. Leider legte er die Messlatte aber auch sehr hoch und der Nachfolger Ein Quantum Trost unterflog diese deutlich. Viel zu viel unüberschaubare Action, kaum ein echter Plot und ein Bösewicht zum Vergessen. So wie der ganze Film.

Mit Skyfall schien man sich dann wieder gefangen zu haben. Der Film kann zwar nicht mit Casino Royale mithalten, hat aber alles, was einen guten Bondfilm ausmacht. Die Geschichte ist ungewöhnlich emotional und persönlich, wobei im Fokus dieser Geschichte gar nicht mal James Bond steht, sondern eher seine Vorgesetzte M, weswegen es in Skyfall auch nur eine sehr abgespeckte Version des typischen Bondgirls gibt, die Geschichte konzentriert sich stattdessen auf Bond und M und das ist willkommene Abwechslung.

Und Skyfall beeindruckt außerdem auch durch seine meisterhafte Regie, insbesondere die Kameraarbeit. Regisseur Sam Mendes beweist, dass ein Actionfilm durchaus auch künstlerisch und damit trotzdem nicht langweilig sein muss. Mein persönliches Highlight ist die Kampfszene in dem Hochhaus in Shanghai, die von vorne bis hinten grandios inszeniert ist. Leider folgte aber auch wie schon nach Casino Royale, auch diesmal wieder ein Film zum Vergessen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn ich kann mich überhaupt nicht mehr daran erinnern, worum es in James Bond Spectre ging. Ich weiß nur noch, dass der Film stinklangweilig war und gezeigt hat, dass auch talentierte Schauspieler blass bleiben können, wenn man sie falsch einsetzt.

Schließlich hat der Film gleich drei Bösewichte, portraitiert von dem großartigen Dave Batuista, von Andrew Scott, der zu der Zeit vor allem für seine Darstellung von Moriarty in Sherlock bekannt war und natürlich the one and only Christoph Waltz. Und alle drei versprühen in dem Film nicht mal ein Prozent von dem Charme und der coolen Herzlosigkeit, die Mads Mikkelsen und Javier Bardem in Casino Royale und Skyfall permanent ausgestrahlt haben.

Die große Frage ist nun, ob sich No Time to Die zu Spectre und Ein Quantum Trost gesellen wird oder doch eher zu Casino Royale und Skyfall. Ich hoffe letzteres, denn es ist Craigs letzter Auftritt als 007 und ich wünsche ihm natürlich einen positiven Abgang. Die Vorzeichen dafür stehen auch gar nicht schlecht. Regisseur Fukunuga hat in den letzten Jahren regelmäßig für gute Qualität auf der großen Leinwand aber auch auf dem heimischen Bildschirm gesorgt. Von ihm stammt unter anderem das beeindruckende Drama Sin Nombre, welches Ihr unbedingt gesehen haben müsst. Und er ist auch Creator der Serien True Detective und Maniac. Auch vor der Kamera mangelt es im neuen Bondabenteuer nicht an Talent.

Wieder mit dabei sind Craig, Ralph Fiennes, Naomie Harris, Léa Seydoux, Ben Wishaw und auch Jeffrey Wright, der zuletzt in ein Quantuum Trost zu sehen war. Neu dabei sind Ana de Armas und Billy Magnussen, zwei der heißesten Newcomer der letzten Jahre. Sie ist unter anderem bekannt aus Knives Out, er aus der Komödie Game Night. Und als Oberschurke mit am Start: Rami Malek. Er ist spätestens seit seinem Triumph bei den Oscars für die Darstellung von Freddie Mercury in Bohemian Rhapsody ein weltweit bekanntes und gefragtes Gesicht.

An den Schauspielern und Schauspielerinnen sollte es also nicht scheitern. Und auch der Trailer sieht gut aus. Er verspricht vor allem wieder jede Menge Action, etwas das man zurecht von einem Bondfim erwarten kann und das Spectre schmerzlich vermissen ließ. Aber die Bondfilme mit Craig haben gezeigt, dass ein guter Cast, ein guter Regisseur und ein vernünftiger Trailer voller Action nicht automatisch auch einen guten Film garantieren. Deshalb müssen wir uns einfach gedulden und überraschen lassen. Ich persönlich bleibe optimistisch. Der letzte Bond ist immerhin schon über 5 Jahre her und es wird einfach mal wieder Zeit in die Welt des Geheimagenten einzutauchen und rasante Action in exotischen Locations zu erleben. Deshalb freue ich mich auf No time to Die.

No time to die ist einer der Filme, dessen Kinostart aufgrund von Corona am häufigsten verschoben wurde. Aktuell ist der 08. Oktober 2021 geplant. Hoffen wir, dass es dabei bleibt und wir nicht noch bis 2022 auf ein neues Bondabenteuer warten müssen.

Platz 4: Spider-Man Far From Home Fortsetzung bzw. Spider-Man 3

Regie: Jon Watts

Die Handlung des Superheldenabenteuers ist noch nicht bekannt aber basierend auf den Schauspielern bzw. Rollen, die für den Film bereits offiziell bestätigt wurden, ist davon auszugehen, dass der Film viel mit dem Multiversum zu tun haben wird.

Das große Erfolgsgeheimnis der Marvel Studios, ist, dass sie das Konzept eines erzählerischen Universums auf die große Leinwand übertragen haben. Filme, die im selben Universum spielen wie andere Filme, gab es vorher zwar auch schon aber nicht in der Größenordnung. Und irgendwie war es ja auch nur eine Frage der Zeit, bis es mal passieren wird, denn in den Comics wurde das schon seit Jahrzehnten gemacht. Marvelfiguren tauchten immer wieder in den Comics der anderen Figuren auf und kämpften mit ihnen oder auch gegen sie. Die Fans liebten es und es steigerte die Verkaufszahlen. Klar, dass das auch im Kino funktionieren würde und so hat Marvel den Schritt einfach gewagt und ein paar Superheldenfilme produziert, um die Figuren dieser Filme dann in The Avengers (2012) gemeinsam auftreten zu lassen. Der Film war ein phänomenaler Erfolg und seitdem hat sich das MCU zum erfolgreichsten Filmfranchise aller Zeiten entwickelt.

Aber nach über 10 Jahren können sie sich nicht mehr darauf verlassen, dass das Prinzip eines gemeinsamen Filmuniversums ausreicht, um die Fans bei Laune zu halten. Also machen sie was? Sie gehen einfach den nächsten Schritt, den sie auch in den Comics gegangen sind. Aus einem gemeinsamen Universum wird das Multiversum, also verschiedene Dimensionen, die parallel zu einander existieren und in denen verschiedene Inkarnationen derselben Figuren leben. Das Ganze hat bereits vor ein paar Jahren in animierter Form funktioniert, nämlich in Spider-Man: A New Universe. In dem Animationsabenteuer trafen Spidermans aus verschiedenen Dimensionen in einer Welt aufeinander und verbündeten sich. Und genau das Gleiche soll jetzt mit den Figuren des MCU und der alten Spidermanfilme passieren. UND WIE GEIL IST DAS DENN BITTE?

Im Klartext bedeutet das nämlich, dass im nächsten Spidermanfilm wieder Tom Holland als freundliche Spinne aus der Nachbarschaft auftaucht und statt Iron Man, diesmal Doctor Strange als Mentor fungiert, aber auch, dass Alfred Molina wieder als Doc Oc dabei sind, der Bösewicht aus Spiderman 2 mit Tobey Maguire. Ihr wisst schon, der Typ mit den vier mechanischen Armen. Und auch Jamie Foxx, der den Bösewicht Electro in dem zweiten Spidermanfilm mit Andrew Garfield gespielt hat, ist mit dabei.

Aber und das ist leider noch nicht offiziell bestätigt, aber alle Gerüchte sprechen dafür: Angeblich sollen auch Maguire und Garfield selbst als Spider Man wieder mit an Bord sein. Und das wäre einfach der HAMMER!! Zu sehen, wie die drei Schauspieler, die in den letzten 20 Jahren Spider Man verkörpert haben, alle in einem einzigen Film auftauchen und zusammen kämpfen oder auch gegeneinander kämpfen oder was auch immer machen, wäre einfach so unfassbar episch, dass man gar nicht anders kann, als sich auf diesen Film zu freuen. Und die Gerüchteküche besagt außerdem, dass auch Ryan Reynolds als Deadpool in diesem Film auftauchen könnte und sogar Charlie Cox als Daredevil, aus der Netflixserie Daredevil. Was an diesen Gerüchten tatsächlich dran ist, wird sich noch zeigen, aber auf jeden Fall wird Spiderman 3 ein Fanfeuerwerk für alle Superheldenfilmfans und ich kann es jetzt schon kaum erwarten.

In den USA und in Schweden kommt Spiderman 3 voraussichtlich am 17. Dezember in die Kinos. Auf ein Datum für den Kinostart warten wir noch.

Platz 3: The Eternals

Regie: Chloé Zhao

Der Film spielt ebenfalls im MCU und erzählt die Saga der Eternals, einer Rasse von unsterblichen Wesen, die auf der Erde lebten und ihre Geschichte und Zivilisationen prägten.

Ok, ich weiß: Zwei MCU-Filme hintereinander? Ein bisschen parteiisch, oder? Wer das denkt, hat nicht ganz unrecht, aber 1. Ich fahre total auf die Marvelfilme ab und stehe auch dazu und 2. Das MCU kann nicht so weitergehen wie bisher. Avengers Endgame war so ein krasser Höhepunkt der bisherigen MCU-Saga, dass sie nicht einfach so tun können als wäre nichts gewesen und weiter Geschichten mit denselben Helden und Heldinnen erzählen. Es muss sich etwas ändern und das tut es ja bereits auch. Das Multiversum kommt und beliebte Nebenfiguren wie Loki und Bucky erleben ihre eigene kleine Geschichte auf Disney Plus.

Alles schön und gut, aber das Wichtigste ist, dass neue Figuren kommen. Denn nur so kann das MCU auch langfristig existieren. Irgendwann will halt auch niemand mehr Chris Hemsworth als Thor sehen. Und für diese neuen Figuren die Eternals zu wählen, ist einfach nur genial. Und zwar aus zwei Gründen: 1. Es handelt sich um eine Gruppe. Man muss also nicht erst wieder mehrere Einzelfilme machen, die dann irgendwann in einem gemeinsamen Abenteuer kulminieren, was kein Zuschauer ein zweites Mal mitmachen will, denn es wäre einfach eine stumpfsinnige Wiederholung der erfolgreichen Avengersformel. Sondern man kann direkt ein neues Team vorstellen und damit quasi eine neue kleine Welt, in der bereits bekannten großen MCU-Welt aufmachen.

Und 2. Die Eternals sind unsterbliche Wesen und existieren seit tausenden von Jahren. Die Geschichte muss also nicht im Hier und Jetzt spielen, sondern kann die ganze Menschheitsgeschichte erkunden. Wer weiß, auf was die Eternals alles Einfluss hatten? Auf Mythen, Legenden, Bräuche oder auch bestimmte historische Ereignisse. Es ist so wie im ersten Thorfilm, wo man denkt: „Ahh, die Götter der nordischen Mythologie sind also in Wirklichkeit Außerirdische, die damals von den Wikingern einfach nur für Götter gehalten wurden. Wie geil ist das denn?“. Nur, dass der Film danach 2 Stunden lang im hier und jetzt spielt und uns damit langweilt, wie Thor in New Mexico abgehängt. Danke dafür.

In The Eternals kann Marvel diese verpasste Chance wieder aufgreifen und eine Geschichte quer durch die Geschichte erzählen. Gewürzt wird das Ganze mit einem vielfältigen All-Star Cast. Unter anderem mit dabei sind Angelina Jolie, Salma Hayek, Kit Harrington und Richard Madden aus Game of Thrones, Gemma Chan aus Crazy Rich Asians, Kumail Nanjani aus The Big Sick, Lauren Ridloff aus The Walking Dead, Ma Dong-Seok aus Train to Busan und viele, viele mehr. Und verfeinert wird das Ganze mit der Besetzung von Chloe Zhao als Regisseurin und Drehbuchautoren.

Wie viele erfolgreiche Marvelregisseure der letzten Jahre, kommt auch sie aus der Indiefilmszene. Mit Nomadland hat Zhao 2020 ein Werk abgeliefert, dass viele Kritiker als besten Film des Jahrs bezeichnen. Es wird also spannend sein, welchen Stempel sie dem MCU aufdrückt, aber ich bin sicher, dass uns hier ein völlig neues, originelles und vor allem frisches Abenteuer erwartet, dass sich deutlich von der mittlerweile doch etwas eingerosteten Erfolgsformel vergangener Marvelfilme abheben wird.

Der deutsche Kinostart von The Eternals ist am 5. November 2021.

 

Platz 2: Last Night in Soho

Regie: Edgar Wright

Ein junges Mädchen, das sich leidenschaftlich für Modedesign interessiert, gelangt auf mysteriöse Weise in die 1960er Jahre, wo sie ihrem Idol, einer schillernden Möchtegern-Sängerin, begegnet. Doch das London der 1960er Jahre ist nicht das, was es zu sein scheint, und die Zeit gerät aus den Fugen – mit zwielichtigen Folgen.

Es gibt genau zwei Worte, die beschreiben wieso ich mich so dermaßen auf diesen Film freue, dass er auf Platz zwei landet, obwohl es noch nicht mal Trailer, Teaser oder tiefere Einblicke in die Story gibt. Und diese Worte lauten: Edgar Wright. Für mich gab es in den letzten Jahren keinen anderen Regisseur, der so brillant in der Lage war, Genres zu vermischen und sich immer wieder neue, kreative Stilmittel einfallen zulassen, um die Inszenierung auf ein anderes Level zu heben. Berühmt geworden ist er natürlich mit der Cornetto-Trilogie, bestehend aus Shaun of the Dead, einer genialen Parodie auf Zombiefilme, Hot Fuzz, einer genialen Parodie auf Action- und Crimefilme und The Worlds End, einer nicht ganz so genialen, aber trotzdem durchgehend unterhaltsamen Parodie auf Sciene Fiction und Endzeitfilme.

Darüber hinaus war er verantwortlich für Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt, einen missverstandenen Film, der an den Kinokassen floppte, aber schon längst als Kultfilm gilt und zuletzt inszenierte er Baby Driver, eine Actionkomödie mit Musicalelementen. Alle diese Filme haben eines gemeinsam: Sie wechseln fluid und natürlich zwischen Genres hin und her und man hat als Zuschauer kein einziges Mal das Gefühl, dass dieser Wechsel dem Film nicht guttut. Romantische Szenen wechseln sich mit actionreichen ab, gruselige mit spannenden und manchmal muss man sich die Tränen zurückhalten, obwohl man bis eben nicht aus dem Lachen rauskam. Diesen Umgang mit der Genrevielfalt beherrscht kein anderer Regisseur so gut, wie Edgar Wright.

Sein neues Werk Last Night in Soho soll nun ein Horror-Thriller mit Zeitreiseelementen werden und bietet somit jede Menge Potenzial für ein kreatives Genie wie Wright. Dass er die Dramaturgie und die Stilmittel von Horror- und von Thrillerfilmen einsetzen kann, hat er in seiner Karriere bereits gezeigt. Und mit Baby Driver hat er auch bewiesen, dass er in der Lage ist die Comedy zurückzustellen und eher dem Drama Platz zu bieten. Der Film war deutlich ernster als alles, was Wright zuvor gemacht hat und auch emotional reifer. Die Voraussetzungen für einen gelungenen Horror-Thriller sind also da.

Spannend für mich wird vor allem seine Herangehensweise an das Thema Zeitreise sein. Denn wie gesagt, Wright ist einer der kreativsten Regisseure da draußen, der sich stilistisch immer weiterentwickelt und neu erfindet. Deshalb bin ich mir zu 100% sicher, dass er die typischen erzählerischen Tricks und Twists, die wir mittlerweile aus Zeitreisefilmen gewöhnt sind, vermeiden wird und stattdessen etwas völlig Neues und Originelles macht, dass uns alle überraschen wird. Und darauf freue ich mich am meisten.

Außerdem wird der Film garantiert einen Killersoundtrack haben, denn Musik spielt in Wrights Filmen immer eine wichtige Rolle und da dieser Film in den Swinging Sixties in London angesiedelt ist, kann man sich schon vorstellen, in welche musikalische Richtung der Soundtrack gehen wird. Vor der Kamera stehen unter anderem Thomasin McKenzie, die man aus JoJo Rabbit kennt, Anya Taylo-Joy, aktuell ein absoluter Shootingstar und wohl am meisten für die Hauptrolle in der Netflixserie The Queensgambit bekannt, außerdem Matt Smith, Terence Stamp und Diana Rigg. Die letztes Jahr verstorbene britische Schauspielerin wurde im hohen Alter nochmal weltweit als Olenna Tyrell in Game of Thrones bekannt und ist in diesem Film in ihrer letzten Rolle zu sehen.

Last Night in Soho soll am 22. Oktober 2021 in den deutschen Kinos starten.

Platz 1: Dune

Regie: Denis Villeneuve

Bei Dune handelt es sich um die Spielfilmadaption von Frank Herberts Science-Fiction-Roman über den Sohn einer adligen Familie, der mit dem Schutz des wertvollsten Vermögens und des lebenswichtigsten Elements in der Galaxie betraut wird.

Es ist tatsächlich mal wieder soweit: Hollywood versucht sich an einer Duneverfilmung. Die Romane aus dem Dune-Zyklus von Frank Herbert gelten schon seit Jahrzehnten als unverfilmbar und alle bisherigen Versuche dies zu ändern, sind grandios misslungen. So gab es ganze vier Nichtverfilmungen, die in verschiedenen Entwicklungsphasen gescheitert sind. Zum Teil wurden sie nur angekündigt und dann sofort wieder eingestampft und zum Teil gab es sogar schon Schauspieler und Schauspielerinnen, die bereit waren Rollen zu übernehmen und das Projekt kam dann trotzdem nicht zu Stande. Dann gab es noch zwei Miniserien, die den Stoff für den Heimbildschirm adaptierten, durchwachsene Kritiken ernteten und von denen heute niemand spricht.

Die einzige Kinoverfilmung, die dann tatsächlich auch im Kino lief, ist David Lynchs „Der Wüstenplanet“ von 1984. Der Meister des Surrealismus machte sich damals in Hollywood gerade erst einen Namen und schlug die Regie von Rückkehr der Jedi-Ritter aus, um stattdessen Der Wüstenplanet zu drehen. Leider musste Lynch aber schnell lernen, was es bedeutet einen kommerziellen Streifen für ein großes Hollywoodstudio zu drehen. Er bekam nämlich nicht die Rechte am Final Cut, also am endgültigen Schnitt und musste tatenlos zusehen, wie sein Rohschnitt von fünf Stunden auf zwei Stunden, 17 Minuten gekürzt wurde. Das Ergebnis war pures Chaos: Ein unverständlicher, schlecht strukturierter und völlig wirrer Film, mit dem Nichtkenner des Buchs überhaupt nichts anfangen konnten. Dazu kam auch, dass Lynch nicht das Budget bekam, dass er wollte und sich mit billigen Effekten zufriedengeben musste. Der Wüstenplanet hat also weder Style noch Substance.

Fast 40 Jahre nach diesem Misserfolg, will Hollywood es nochmal wissen und die Vorzeichen stehen diesmal verdammt gut. Zuerst einmal behandelt der neue Dunefilm nur die erste Hälfte des ersten Buches und das ist auch gut so. Die Handlung und die Welt, in der die Geschichte spielt, ist so komplex, dass ein Film dafür einfach nicht ausreichen würde oder eben fünf Stunden lang sein müsste. Aber was 1984 galt, gilt auch 2021 noch – kein Hollywoodproduzent lässt einen fünf Stunden langen Film auf das Publikum los. Regie führt diesmal Denis Villeneuve und auch das sieht – zumindest auf dem Papier – nach einer richtigen Entscheidung aus. Villeneuve hat einige der denkwürdigsten Filme der vergangenen Jahre umgesetzt, die alle anspruchsvoll und doch einfach zugänglich waren, dazu einen einzigartigen Look hatten und problemlos einen großen Cast balancierten. Dazu zählen Prisoners, Sicario und Arrival.

Mit diesen Erfolgen hatte sich Villeneuve bereits das Vertrauen erarbeitet Blade Runner 2049 zu inszenieren, die Fortsetzung zu Ridley Scotts Science-Fiction Klassiker „Blade Runner“. Und jetzt soll er also auch ein neues Dunefranchise aus dem Boden stampfen. Warum nicht? Villeneuve hat angekündigt, dass er sich den Film wie einen Star Wars für Erwachsene vorstelle. Für mich klingt das überzeugend genug, denn tatsächlich stammen viele Ideen von Star Wars aus Dune und einer der Gründe, warum Star Wars bereits in den Siebzigern so beliebt war und es bis heute ist, ist die Einfachheit des Films. Er spielt zwar im Weltall, konzentriert sich aber kaum auf die Sciene-Fiction Elemente. Stattdessen stehen Handlung und Figuren im Fokus und dadurch kann sich auch jeder auf den Film einlassen.

Genau das wurde 1984 bei „Der Wüstenplanet“ falsch gemacht und genau das scheint Villeneuve jetzt bei seiner Duneverfilmung richtig zu machen. Dazu kommt eine Starbesetzung, der die Formulierung „die sich sehen lassen kann“ nicht gerecht genug wird. Mit dabei sind – Achtung – Oscar Isaac, Jason Momoa, Charlotte Rampling, Josh Brolin, Stellan Skarsgard, Rebecca Ferguson, Zendaya, Dave Bautista und Javier Bardem.

Die Hauptrolle des Paul Atreides, die 1984 von Kyle MacLachlan gespielt wurde, verkörpert diesmal Timothée Chalamet. Wenn ihr seinen Namen noch nie gehört habt, habt Ihr dringend Nachholbedarf. Chalamet ist zwar erst 25, aber bereits ein absoluter Superstar und auf dem Weg mein neuer Lieblingsschauspieler zu werden. Er war bereits in mehreren oscarnominierten Filmen dabei, darunter Interstellar, Lady Bird und Little Woman, war für seine Hauptrolle in dem Drama Call Me by Your Name selber für einen Oscar als bester Hauptdarsteller im Rennen und hat neben Dune noch zwei weitere Filme in der Pipeline. The French Dispatch, den neuen Film von Kultregisseur Wes Anderson und Don’t Look Up, wo er an der Seite von Granaten wie Leonardo DiCaprio, Chris Evans, Cate Blanchett und Meryl Streep zu sehen sein wird. Mit anderen Worten: Timothee Chalamet wird Euch in Zukunft noch häufig begegnen.

Fassen wir also zusammen: Erfolgreiche und beliebte Romanvorlage, talentierter Regisseur, der Kunst und Kommerz erfolgreich zu verneinen weiß und ein All-Star Cast, angeführt von einem der besten jungen Schauspieler unserer Zeit – die Zutaten für ein unvergessliches Gericht sind also alle da. Ob es am Ende auch schmecken wird, bleibt aber abzuwarten. Mein Gefühl sagt jedenfalls ja und der erste Trailer, der letztes Jahr zu Dune veröffentlicht wurde, hat mich überzeugt und gehyped. Hollywood braucht ganz dringend ein neues, frisches, unverbrauchtes Franchise, das nichts mit Superhelden zu tun hat und in bester Star Wars und Harry Potter Manier die nächsten Kinojahre bestimmen wird. Dune könnte dieses Franchise sein.

Der deutsche Kinostart von Dune ist am 30. September 2021.

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